Gemeinsam etwas machen.

Oftmals sind es die Kleinigkeiten, die eine Sache groß werden lassen.

„Willkommen“ – Ganz praktisch umgesetzt

Stell Dir vor, Du bist ein junges Mädchen von 8 Jahren, hast Deine Heimatstadt mit Deiner Familie verlassen müssen, warst viele Tage auf der Flucht und bist gerade in einer fremden Stadt in einer Notunterkunft angekommen. Da bringen freundliche Menschen Fahrräder zur Unterkunft. Vor dem Krieg und der Flucht hattest du selbst schon ein Fahrrad. Was gibt es da Schöneres als rauf auf das nächste Rad und einmal eine Runde drehen. Aber wo? Da bleibt eben nur die Straße vor der Notunterkunft. Ganz schön aufregend! Das Radfahren macht richtig Spaß.
Da passiert das Missgeschick.
Nach der gewagten Kurve nur wieder schnell das Gleichgewicht finden. Da war plötzlich ein parkendes Auto im Weg. Den Seitenspiegel hat es voll erwischt. Oh je? Was passiert jetzt? Was macht der Mann im Auto und die Passanten? Was werden die Eltern sagen. Die sind in der Halle und haben vom ganzen nichts mitbekommen.
Als ehrenamtlicher Helfer komme ich gerade aus der Notunterkunft und gehe nach Hause. Ich mache mir Sorgen, wegen der Kinder, die sich ein Fahrrad geschnappt haben, voll Freude mit strahlenden Gesichtern auf der doch stark befahrenen Straße rauf und runter fahren, schon ein bisschen unsicher. Da sehe ich, wie ein Mädchen am Ende der Straße eine scharfe Kurve dreht, um wieder zurück zu fahren. Sie kommt ins Wanken und touchiert ein parkendes Auto. Der Seitenspiegel ist ab. Das Mädchen bleibt sofort stehen und schaut betroffen und unsicher umher. Mir geht sofort durch den Kopf: Wie reagiert der Fahrer, wie steht es mit der Versicherung, wie werden die Eltern des Mädchens reagieren? Muss man die Polizei holen? Das Mädchen tut mir leid, auch der Fahrer. Er hat das Auto für ein Bewerbungsgespräch ausgeliehen, das eigentlich in zwanzig Minuten starten soll. Jetzt beginnt die gute Geschichte:
Der junge Mann ist sehr freundlich und reagiert ruhig. Als er meine Karte vom Asylnetzwerk sieht, ist er beruhigt. Wir tauschen die notwendigen Daten aus. Der Versuch, den Spiegel irgendwie wieder hinzukriegen scheitert. Er wird das Auto seiner Mutter zurückbringen, die wird es dann zur Werkstatt fahren. Wir vereinbaren, dass ich später mit der Mutter telefoniere. Als ich den Heimleiter anrufe, bleibt auch er ruhig und sachlich. Das Kind ist in jedem Fall über den Landkreis versichert. Ruhe bewahren und abwarten. Der Anruf bei der Mutter: Freundlich und erfreut berichtet sie, dass der Schaden in der Werkstatt behoben werden konnte. Der Werkstattchef hat auf eine Rechnung verzichtete, als er erfuhr, wie es zum Schaden kam.
Für mich war es dann schön, dem Mädchen und den Eltern sagen zu können, dass alles gut ist. Sie strahlte erleichtert.

Text: © Paul Geiger

„Rocknacht im Flieger“

Hardy, der Inhaber vom Flieger, hat am Samstag, 12.09.15 ein Benefizkonzert zugunsten des Asylnetzwerks TT veranstaltet. Es spielte die Band „The Light“ mit Bandmitgliedern aus Österreich und England. Das Lokal war voll, es waren ziemlich sicher genauso viele Asylbewerber wie Tettnanger Bürger da. Viele Asylbewerber kamen auch mit ihren Kontakpersonen – es war ein Superabend, gut organisiert, mit toller Musik und ebensolcher Stimmung. Es wurde gemeinsam getanzt, gelacht und gefeiert.
Der Kommentar einer Tettnangerin: „Was sind das für nette und freundliche Menschen. Ich denke, sie werden unser Stadtbild positiv verändern“.
(Foto: © by Christa Galbusera)

„So heiß war unser Backofen noch nie!“

Das Huhn im Gewürzmantel mit Kartoffeln à la Syrienne musste bei 250 Grad brutzeln.
Majd, 29 aus Damaskus, gab den Küchenchef und Sabina, seine Patin, half so gut es ging.
Wir hatten einen guten Abend miteinander.

„Das Spiel ist das Ziel“

So war ein richtig heißer Sonntag-Nachmittag Ende August überschrieben, zu dem Stadtrat Hans Schöpf in den Tettnanger Schlosspark einlud, mit der Aufforderung gerne weitere Personen mitzubringen.
Hintergrund der Einladung war, Tettnanger_innen und Asylsuchende, die derzeit in Tettnang wohnhaft sind, spielerisch zusammen und ins Gespräch miteinander zu bringen. Dies war im Mai mit 15 Asylsuchenden schon einmal gelungen.
Die sieben, davon zwei Syrer, die erschienen waren, hatten jedoch vergnügliche, zwanglose Stunden, bei denen alle ihre Fremdsprachenkenntnisse wieder einmal anwenden konnten, von den Syrern konnte einer Englisch, der andere Französisch und „fließend Hand-und-Fuß“ beherrscht schließlich jede_r.
Schön war zu sehen, wie unbefangen man aufeinander zuging und gemeinsam spielte.

Jede Unterstützung zählt!

Neben all der ehrenamtlichen Arbeit, den Sachspenden und sonstigen Unterstützungen sind wir dringend auch auf Geldspenden angewiesen. Wenn Sie uns hierbei unterstützen mögen, sei hier unser Spendenkonto genannt:

Spendenkonto Asylnetzwerk Tettnang
Bankverbindung: Sparkasse Bodensee
Kontoinhaber: Asylnetzwerk Tettnang
Verwendungszweck: Asylnetzwerk Spende
IBAN: DE56690500010026085332
BIC: SOLADES1KNZ

Wichtiger Hinweis: Das Bundesfinanzministerium hat ein Schreiben veröffentlicht, welches auf einen vereinfachten Zuwendungsnachweis hinweist. Bei Spenden auf ein spezielles Spendenkonto einer juristischen Person des öffentlichen Rechts kann der Kontoauszug der Bank oder ein Einzahlungsbeleg oder der Kontoauszug aus einem Onlinesystem beim Finanzamt vorgelegt werden. Sie benötigen für Spenden auf unser Spendenkonto also keine durch uns ausgestellte Spendenbescheinigung mehr. Diese Regelung ist betragsunabhängig.